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Philosophie Essenzen

0 - Der Narr
I - Der Magier
II - Die Hohepriesterin
III - Die Kaiserin
IV - Der Kaiser
V - Der Hohepriester
VI - Die Liebenden
VII - Der Wagen
VIII - Ausgleichung
IX - Der Eremit
X - Glück
XI - Lust
XII - Der Gehängte
XIII - Der Tod
XIV - Kunst
XV - Der Teufel
XVI - Der Turm
XVII - Der Stern
VIII - Der Mond
XIX - Die Sonne
XX - Das Aeon
XI - Das Universum

I - Der Magier

Die Vorstellung, Magie zu wirken ist für viele von uns faszinierend. Die Dinge, besser noch: die Menschen fügen sich nach unserem Willen.
Wir alle sind in der einen oder anderen weise Magierinnen und Magier. Die meisten eher unbewusst, einige ganz wissentlich.
Aber wer bewusst Magie betreibt, lernt irgendwann, dass das Steuern der Umwelt, einsam machen kann. Das ist auch das Problem jedes unausgeglichenen Magiers. Manipulationen machen Spaß und erleichtern das Leben - scheinbar.
Ein solcher Magier hat für all diese Manipulationen eine handfeste Begründung. Der Fantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Für manche sind es Sachzwänge wie die Verantwortung für eine Familie, eine Firma oder einen Staat.
Für andere ist es die eigene völlig unabänderliche Unfähigkeit, bestimmte Dinge zu tun. Aus welchem Grund auch immer, der Magier strukturiert seine Umwelt. Er kämpft so lange, bis sie in sein Bild passt. Bis die Menschen wie Marionetten sind. Der Magier lässt die Puppen tanzen. Das ist lustig, es entbindet von der Verantwortung für sich selbst, es ist befriedigend. Es ist die Macht, die ihm sonst versagt zu sein scheint. Machtmittel gibt es viele. Der Magier nutzt letztlich die Schwächen der anderen Menschen aus. Pflichtgefühl, Mitleid, Angst, Helfersyndrom, Abhängigkeit ... irgendwo haben fast alle einen Punkt, an dem ein Magier ansetzen kann. Und soweit ist die Welt eines unerlösten Magiers auch in Ordnung. Irgendwann kommt jedoch vielleicht der Moment, an dem der Magier merkt, dass all diese Menschen dort an der Leine ihn nicht lieben. Manipulation macht einsam.
Du kämpfst gegen alle, Du fürchtest den ständigen Verrat? Du hast keine verlässlichen Beziehungen, alles ist nur irgendwie erkauft, erpresst? Nur manchmal und nur für kurze Zeit scheinen echte Gefühle bei anderen aufzutauchen, die rasch wieder verschwinden, wenn sie Dir näher kommen? Du bist einsam, emotional, wie sozial? Vielleicht bist Du ja auch heftig gegen die Welt eines anderen Marionettenspielers oder einer anderen Marionettenspielerin geprallt. Vielleicht ist der einzige Ausweg aus diesem Kampf, ihn gar nicht erst aufzunehmen oder ihn abzubrechen, auszusteigen?
Es ist hart, zu erkennen, dass die Welt - Deine Welt -, Deine Gelüste befriedigt, Dich aber nicht glücklich macht.
Wahrscheinlich hast Du es lange geahnt aber keinen Weg gesehen, es zu ändern. So sehr dieser Schritt schmerzt, es ist der erste auf dem Weg zur Änderung. An diesem Punkt hast Du allein die Verantwortung für Dich. Eine Marionette könnte Dir nicht helfen. Von außen kann bestenfalls Unterstützung kommen.
Eine der Möglichkeiten ist die Tarot-Essenz des Magiers.
Das Ziel? Das Leben fließt.
Ohne Manipulation wahrscheinlich sogar besser als mit ihr. Du hast gelernt, Macht zu verwenden. Jetzt kannst Du die Fähigkeit nutzen, das Fließen zu unterstützen.
Der erlöste Magier spielt nicht mit der Welt, er spielt in der Welt. Er ist nicht ihr Nabel, er ist ihr Teil. Er beherrscht nicht, er liebt. Das heißt auch, er wird nicht beherrscht, sondern er wird geliebt ...
Und oft ist ein freier Wille effektiver, kreativer, wirkungsvoller als alles, was eine unbewegliche Marionette je zu Stande bringt.
Puppen tanzen für Dich, weil Du sie bewegst, Menschen tanzen für Dich, weil sie Dich mögen. Tanzen sie nicht, ist das genauso ehrlich. Sie belügen sie Dich nicht und lassen Dir keine Chance, Dich selbst zu belügen.

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