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I - Der Magier
Die Vorstellung, Magie zu wirken ist für viele von uns faszinierend.
Die Dinge, besser noch: die Menschen fügen sich nach unserem Willen.
Wir alle sind in der einen oder anderen weise Magierinnen und Magier.
Die meisten eher unbewusst, einige ganz wissentlich.
Aber wer bewusst Magie betreibt, lernt irgendwann, dass das Steuern der
Umwelt, einsam machen kann. Das ist auch das Problem jedes unausgeglichenen
Magiers. Manipulationen machen Spaß und erleichtern das Leben -
scheinbar.
Ein solcher Magier hat für all diese Manipulationen eine handfeste
Begründung. Der Fantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Für
manche sind es Sachzwänge wie die Verantwortung für eine Familie,
eine Firma oder einen Staat.
Für andere ist es die eigene völlig unabänderliche Unfähigkeit,
bestimmte Dinge zu tun. Aus welchem Grund auch immer, der Magier strukturiert
seine Umwelt. Er kämpft so lange, bis sie in sein Bild passt. Bis
die Menschen wie Marionetten sind. Der Magier lässt die Puppen tanzen.
Das ist lustig, es entbindet von der Verantwortung für sich selbst,
es ist befriedigend. Es ist die Macht, die ihm sonst versagt zu sein scheint.
Machtmittel gibt es viele. Der Magier nutzt letztlich die Schwächen
der anderen Menschen aus. Pflichtgefühl, Mitleid, Angst, Helfersyndrom,
Abhängigkeit ... irgendwo haben fast alle einen Punkt, an dem ein
Magier ansetzen kann. Und soweit ist die Welt eines unerlösten Magiers
auch in Ordnung. Irgendwann kommt jedoch vielleicht der Moment, an dem
der Magier merkt, dass all diese Menschen dort an der Leine ihn nicht
lieben. Manipulation macht einsam.
Du kämpfst gegen alle, Du fürchtest den ständigen Verrat?
Du hast keine verlässlichen Beziehungen, alles ist nur irgendwie
erkauft, erpresst? Nur manchmal und nur für kurze Zeit scheinen echte
Gefühle bei anderen aufzutauchen, die rasch wieder verschwinden,
wenn sie Dir näher kommen? Du bist einsam, emotional, wie sozial?
Vielleicht bist Du ja auch heftig gegen die Welt eines anderen Marionettenspielers
oder einer anderen Marionettenspielerin geprallt. Vielleicht ist der einzige
Ausweg aus diesem Kampf, ihn gar nicht erst aufzunehmen oder ihn abzubrechen,
auszusteigen?
Es ist hart, zu erkennen, dass die Welt - Deine Welt -, Deine Gelüste
befriedigt, Dich aber nicht glücklich macht.
Wahrscheinlich hast Du es lange geahnt aber keinen Weg gesehen, es zu
ändern. So sehr dieser Schritt schmerzt, es ist der erste auf dem
Weg zur Änderung. An diesem Punkt hast Du allein die Verantwortung
für Dich. Eine Marionette könnte Dir nicht helfen. Von außen
kann bestenfalls Unterstützung kommen.
Eine der Möglichkeiten ist die Tarot-Essenz des Magiers.
Das Ziel? Das Leben fließt.
Ohne Manipulation wahrscheinlich sogar besser als mit ihr. Du hast gelernt,
Macht zu verwenden. Jetzt kannst Du die Fähigkeit nutzen, das Fließen
zu unterstützen.
Der erlöste Magier spielt nicht mit der Welt, er spielt in der Welt.
Er ist nicht ihr Nabel, er ist ihr Teil. Er beherrscht nicht, er liebt.
Das heißt auch, er wird nicht beherrscht, sondern er wird geliebt
...
Und oft ist ein freier Wille effektiver, kreativer, wirkungsvoller als
alles, was eine unbewegliche Marionette je zu Stande bringt.
Puppen tanzen für Dich, weil Du sie bewegst, Menschen tanzen für
Dich, weil sie Dich mögen. Tanzen sie nicht, ist das genauso ehrlich.
Sie belügen sie Dich nicht und lassen Dir keine Chance, Dich selbst
zu belügen.
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