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XI - Lust
Lust ist meist etwa sehr erdiges. Ein gutes Essen, barfuß über
eine Wiese gehen, Sexualität ... alles Sachen, die mit physischem
Erleben zu tun haben. Aber auch ein gutes Buch oder eine schöne Landschaft
können Lust produzieren.
Lust ist unsere Fähigkeit, die Möglichkeiten die das Sein bietet,
zu genießen.
Eine erlöste Lust ist dazu auch problemlos in der Lage. Es gibt jedoch
mindestens so viele Möglichkeiten Lust und Genuss zu erzeugen, wie
Lust zu verhindern.
In vielen Fällen wird Lust von den Menschen, die sie eigentlich empfinden
könnten selbst zerstört. Die Gründe dafür werden oft
im Außen gesucht.
Gehörst Du zu den Menschen, die das Leben nicht genießen, weil
es andere Menschen schlecht geht? Das mag eine verständliche Haltung
sein, solange Du Dir akut Sorgen machst, vielleicht um eine Freundin,
die in den letzten Tagen verunglückt ist. Aber Du musst zugeben,
dass bislang noch niemandem geholfen hat, wenn Du Dir dauerhaft Spaß
am Leben verbietest.
Kein Krieg wird beendet, niemand wird gesund dadurch, dass Du Dir die
Freude am Sex verbietest. Genauso wie es den hungernden Menschen, an welcher
Ecke der Welt auch immer nichts nutzt, wenn Du aus Gewissensgründen
weniger oder schlechter isst.
Eine solche Haltung erzeugt in der Regel lediglich eines: noch mehr Leid
- nämlich Deines.
Jeder Krieg, jede Krankheit, jede seelische Verletzung erzeugt Leid. Aber
warum sollte das ein Grund sein, sich selbst Leid zuzufügen?
Natürlich werden wir unserer Verantwortung gerecht, wenn wir etwas
gegen die Missstände in der Welt tun. Aber wir vernichten unser eigenes
Potential, unsere eigenen Fähigkeiten unser eigenes Leben, wenn wir
mitleiden wollen.
Wir müssen unsere Lust nicht zu Lasten anderer Menschen ausleben.
Aber leben sollten wir sie schon.
Eine andere Art, Lust zu vermeiden ist das ignorieren materieller Fakten.
Menschen sind Wesen aus Fleisch und Blut. Dies zu ignorieren bedeutet,
sich auf einige Aspekte unseres Menschsein zu beschränken.
Viele Menschen vermeiden Lust, um einen Zustand der Erkenntnis, des Glücks
der Seeligkeit ... zu erreichen. Dies ist ein nicht immer leichtes unterfangen.
Für manche Entwicklungswege mag das nötig sein.
Aber bist Du die sicher, dass das Dein Weg ist? Hast Du dir je die Frage
gestellt, was es Dir bringt? Warum tust Du das?
Gar nicht selten wird mit der Begründung, einen bestimmten spirituellen
Zustand zu erreichen eine psychische Verletzung kompensiert. Es geht dann
gar nicht darum, etwas zu erreichen, sondern etwas nicht zu tun. Deswegen
ist die Frage, warum jemand einen solchen Weg geht immer wieder nötig.
Wenn Du Dich in einer der oberen Beschreibungen wiederfindest, wäre
es gut, wenn Du Dich gleich noch etwas anderes fragst: Kannst Du anderen
Menschen ihre Art der Lust gönnen?
Denkst Du bei dieser Frage ängstlich daran, dass Menschen mit ihrer
Lust verletzen oder zumindest Gesetze brechen können?
Wenn ja, wovor hast Du Angst? Welche Angst schwingt in Deinem Leben mit?
Es nutzt wenig, aus eigener Verletztheit, aus eigenen ideologischen oder
religiösen Vorstellungen andere Menschen einzugrenzen.
Das Thema Lust oder Spaß am Leben ist in der modernen Gesellschaft
stark mit Ängsten und Ideologien beladen. Und es ist besonders hoch
kommerzialisiert. Das hat zur Folge, dass Dinge, als lustbringend angesehen
werden, die etwas ganz anderes ersetzen. Das bedeutet nicht, dass irgendeine
Art, das Leben zu genießen oder Spaß zu haben grundsätzlich
falsch wäre. Aber jede Art kann auch als Ersatzbefriedigung dienen.
Als Ersatz für etwas ganz anderes, das wir eigentlich suchen.
Jede Lust hat ihren Sinn, solange sie ist, was sie zu sein vorgibt.
Dies ist jedoch der Stoff, aus dem sich Süchte machen lassen. Drogensucht
genauso wie z.B. Spielsucht, Computersucht, Sexsucht usw.
Die Tarotessenz der Lust, kann Dir helfen, Deine Lust so zu leben, dass
sie den ihr zustehenden Platz in Deinem Leben hat, dass sie Dich und andere
nicht eingrenzt, dass sie Spaß in Dein Leben bringt, statt Deinen
Schmerz zu fördern oder Dein Gewissen zu vergiften.
Sie kann Dir helfen des Respekt vor allen Aspekten Deiner Persönlichkeit
zu erlangen und keinen als minderwertig abzutun.
Sie kann Dir helfen, Dich ganz zu leben.
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