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Philosophie Essenzen

0 - Der Narr
I - Der Magier
II - Die Hohepriesterin
III - Die Kaiserin
IV - Der Kaiser
V - Der Hohepriester
VI - Die Liebenden
VII - Der Wagen
VIII - Ausgleichung
IX - Der Eremit
X - Glück
XI - Lust
XII - Der Gehängte
XIII - Der Tod
XIV - Kunst
XV - Der Teufel
XVI - Der Turm
XVII - Der Stern
VIII - Der Mond
XIX - Die Sonne
XX - Das Aeon
XI - Das Universum

VI -Die Liebenden

Mit Menschen in Beziehung zu stehen, ist nicht ganz leicht. Dies trifft auf jede Art von Beziehung zu, nicht nur auf Partnerschaften.
Wir sind, was wir sind und das drückt sich auch in unserer Art, mit anderen umzugehen aus. Wir sind selten in der Lage, andere Menschen völlig als das zu verstehen, was sie sind. Immer sind unsere Bilder von uns geprägt. Ein mehr oder weniger großes Stück weit passen wir die Menschen in unsere Vorstellungen. Wir weisen den Menschen oft eine Rolle zu. Wir wissen, in welchen Spannbreiten menschlichen Verhaltens sie sich zu bewegen haben. Sind sie anders, erscheint uns das mindestens befremdlich. Die Toleranzgrenzen aber sind genau das, an dem unseren Willen zur Beziehungen mit Menschen festmachen.
Und hier liegt das Problem von unerlösten Liebenden. Egal in welcher Art von Beziehung: Hast du den Eindruck mehr zu geben, als zu bekommen? „Investierst“ Du in eine Beziehung zu Freunden, Kolleginnen, Nachbarn usw. und meinst, dass zu wenig zurückfließt?
Sicher ist es schwer, hier einen eindeutigen Ausgleich zu schaffen. Geld ist ein Versuch, dem Problem Herr zu werden. Aber im zwischenmenschlichen Bereich funktioniert das nur äußerst unzureichend. Dennoch sollte es auch hier ein ungefähres Gleichgewicht geben. Andernfalls schlägt jede Sympathie, jede Liebe irgendwann in etwas um, das mindestens eine Seite erheblich belastet. Auch oder gerade in Beziehungen zwischen Menschen ist ein Burn out möglich.
Wenn Du den Eindruck hast, dass von Deiner Seite erheblich mehr Energie in eine Beziehung, in einen Kontakt fließt, als sich für Dich lohnt, ist das ein gutes Zeichen. Denn viele Menschen lassen diese Information gar nicht erst in ihr Bewusstsein. Was Du bemerkst, kannst Du ändern. Es geht hier darum, Dich selbst in die Lage zu versetzen, die Beziehung richtig einzuschätzen. Du musst lernen, dass Deine Art, mit Menschen umzugehen, von Dir bestimmt wird. Nicht die anderen saugen Dich aus, Du gibst mehr als Du kannst. D.h. Du spielst eine Rolle, statt Du selbst zu sein. Und das hat immer mit Deinen Erwartungen an Dich und andere zu tun.
Die Tarot-Essenz der Liebenden kann derartige Erkenntnisse anstoßen.
Auch in Partnerschaften gibt es dieses Phänomen. Oft allerdings kommt für unerlöste Liebende eine weitere Komponente hinzu.
Das unerlöste Verhalten resultiert meist nicht aus einem Zuviel an Energie sondern aus einer Erwartung an den anderen. Unerlöst Liebende suchen nach der Traumprinzessin oder dem Ritter auf dem weißen Pferd. Manchmal geht es dabei auch um Seelenpartner. Meinen sie, einen solchen Menschen gefunden zu haben, sind sie bereit alles für diese Menschen zu tun. Niemand kann auf Dauer die Rolle der Traumfrau oder des Traummannes spielen. Denn es ist eine Rolle, unser Wunsch, unser Ideal. Es würde eine gehörige Portion Anpassungsfähigkeit erfordern, diesem Anspruch gerecht zu werden, was jedoch heißt, dass sich der reale Mensch hinter dem Traumwesen verbiegen muss. Das tun die meisten jedoch aus gutem Grund nicht. Es würde für alle eine Illusion schaffen. Irgendwann kommt meist ein Punkt, an dem unerlöst Liebende einsehen, dass dieser Mensch es irgendwie doch nicht sein kann.
Wenn wir frisch verliebt sind, passiert es schon mal, dass wir Menschen durch die rosarote Brille sehen. Allerdings sollte irgendwann klar werden, dass niemand perfekt ist. An diesem Punkt fällt für die unerlöst Liebenden eine Entscheidung von großer Tragweite.
Entweder sie lernen auf die überzogenen Ansprüche zu verzichten. Oder sie stoßen das ehemalige Traumwesen ab und suchen sich eine neue Projektionsfläche ihrer Wünsche.
Wenn Du lernen willst, realistisch an Menschen heranzugehen, kann Dir die Essenz helfen, etwa Wesentliches zu verstehen: Was Du im anderen suchst, ist etwas, was Du eigentlich in Dir vermisst. Du brauchst keine Prinzessin, Du brauchst keinen Ritter. Alles, was Du von Ihnen verlangst, kannst Du in Dir schaffen. Wenn Du das verstanden hast, werden Menschen von Rettern zu Partnern, die Dir helfen, deren Nähe Du genießt ohne sie und Dich zu überfordern, die Du sein lassen kannst, was sie sind.
Für viele erstaunlich ist, dass das auf spirituellen Ebenen durchaus genauso ist. Kein aufgestiegener Meister, keinen Ahnen, keine Geistwesen sind abhängig von Deiner Verehrung. Sie können Dir helfen, wenn Du Dich auf den Weg machst, Dir selbst zu helfen. Sie sind Partnerinnen oder Partner. Du kannst ihnen dankbar sein und sicher kannst Du auch das eine oder andere für sie tun. Aber wenn Du sie auf einen Sockel stellst, erhöhst Du sie und verehrst Dein Bild von ihnen. Dies bedeutet jedoch immer, den Respekt vor den eigentlichen Wesen zu verlieren.
Sein und sein lassen, ist die Fähigkeit erlöster Liebe.

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