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Philosophie Essenzen
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XVIII - Der Mond
XIX - Die Sonne
XX - Das Aeon
XXI - Das Universum

XX - Das Aeon

Im Tarot steht das Äon für den Neubeginn, die Geburt und damit auch für die Offenheit gegenüber nahezu allen Möglichkeiten.
In der Praxis trifft die Unendlichkeit der Möglichkeiten jedoch immer auf die Endlichkeit der Menschen. Ein Spannungsfeld, in dem der Blick auf die Realität schnell verloren geht.
Menschen, die "unter dem Äon leiden" neigen zu Allmachstfantasien oder zumindest zur Vorstellung, allwissend zu sein. Sie selbst würden es gar nicht so bezeichnen. Denn alles wissen sie längst nicht aber ihnen ist immer ganz genau klar, wie die Welt funktioniert. Sie wissen es einfach und je nachdem, ob sie sich zu Höherem berufen fühlen oder sich mit den Mächten besser nicht anlegen, sind sie in ihren Extremformen Äonen-Adler oder Äonen-Mäuse. Überfliegerinnen und Überflieger oder "die kleinen Leute": still, angepasst und immer bereit, vor Angst den Kopf einzuziehen.
Manchmal kommen beide Extreme in einem Menschen vor. Adler, die abtauchen wenns brenzlig wird oder Mäuse die zeigen wollen, wohin es führt, wenn ihnen zu übel mitgespielt wird. Manche Mäuse sind abgestürzte Adler. Hin und wieder steigen jedoch auch Mäuse zu Adlern auf.
Aber was auch passieren mag, beide Formen haben es schon immer gewusst.
Vor allem die Extremformen des unerlösten Äons sind politisch hochgradig relevant. Die einen tauchen oft in der formalen Eliten der Gesellschaft auf, also in der Politik, in höheren Verwaltungsbereichen oder im oberen Management von Firmen, die anderen sind deren ideale Manövriermasse.
Aber auch in weniger ausgeprägten Formen laufen unerlöste Äonen Gefahr, über sich selbst zu stolpern.
Weder die Perspektive der Maus noch die des Adlers eigenen sich sonderlich für die Belange der Menschen. Beide verfangen sich oft in den realen Gegebenheiten.
Beide erreichen oft Punkte, an denen ihre Weltsicht sie daran hindert, das zu tun, was für sie wertvoll und wichtig wäre.
Beide setzen ihr Scheitern selbst in Szene, neigen jedoch dazu andere dafür verantwortlich zu machen.
Aber nicht nur in der Krise liegt eine Chance.
Manchmal bekommen Adler in ihrer Höhe Angst.
Manchmal merken graue Mäuse auch, dass ihnen etwas fehlt.
In solchen Fällen kann die Essenz des Äons den Weg in die Wirklichkeit, in die Perspektive eines Menschen unterstützen.
Sie führt aber nicht nur zur Bodenhaftung. Meist merken Äonen, die sich im Erlösungsprozess befinden, dass sie bislang gar nicht im Einklang mit sich selbst gelebt haben. Zudem versperrt die absolute Gewissheit, das Pressen der Welt ins eigene Schema, den Blick auf ihre tatsächlichen Fähigkeiten und Talente.
Und diese sind bei Äonen oft reichlich vorhanden. Es scheint ein Risiko zu sein, die eigene Erstarrung loszulassen. Und ganz leicht ist der Weg nicht. Aber voller Überraschungen und Spaß.
Es lohnt sich, Dich und die Welt zu entdecken.

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